Wir wollen mehr als Nordic Walking !

Ein Sport-Späteinsteiger-Ehepaar (Jahrgang 54/56) berichtet

  • Erfahrungen aus 1. Hand

    Wir haben gelernt, dass sehr viel mehr möglich ist, als man glaubt. Zu alt? Zu unsportlich? Gibt es nicht! Nur Versuch macht klug!

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Vattenfall Cyclassics – Wer sponsort wen ?

23.08.10 (Rennrad/MTB, Wettkämpfe)

14.08.2010 – Tag des größten Jedermann-Radrennens Europas mit über 20.000 Teilnehmern, davon teilten sich mit uns 3092 Männer und 122 Frauen die lange 155 km-Strecke, davon wiederum 497 Männer und 10 Frauen in unserer Altersklasse Sen3 (51 – 60 Jahre). Nachdem wir wohlbehalten und zufrieden am Ziel eingetroffen waren, waren wir uns einig: Eine super organisierte Veranstaltung, die uneingeschränkt Spaß gemacht hätte, wenn ….

Ja, wenn das Wörtchen „wenn“ nicht wäre !

Bislang haben wir nicht darüber nachgedacht, wer als Hauptsponsor und Namensgeber einer Sportveranstaltung in Erscheinung tritt. Beim Hamburg-Marathon war es „Möbel Kraft“, beim Hamburger Triathlon „DextroEnergy“, beim Ostseeman „Flensburger Pilsner“, beim Berlin-Marathon „real“, beim Velothon Berlin „Škoda“. Passt zwar nur selten zum sportlichen Ereignis, stört aber auch nicht wirklich. Zumindest gab es keinen Anlass, darüber nachzudenken, dass Sponsoring ein Geschäft auf Gegenseitigkeit ist. Der Sponsor gibt Geld dazu, die Teilnehmer fördern durch ihre Anwesenheit das Image.

Eine Imageförderung hat Vattenfall sicherlich nötig, seit es wegen des Baus des Steinkohlekraftwerks Moorburg zu einer jahrelangen Auseinandersetzung mit der Stadt Hamburg gekommen war. Klimaschädliche CO2-Ausstöße wurden vorgeworfen. Letztlich wurde ein Kompromiss geschlossen. Das Kraftwerk durfte mit etlichen Auflagen in den Bau gehen. Engagierte Umweltschützer gehen weiterhin dagegen an. Sie werfen Vattenfall Greenwashing vor. Eine umweltfreundliche Sportart wird benutzt, um das Image rein-, in diesem Falle grün zu waschen.

Da wir erst durch die Protestaktionen – es wurde ein Transparent über die Köhlbrandbrücke gespannt – zum Nachdenken gebracht wurden, hatten wir bei der Anmeldung die Veranstaltungs-Trikots in den blau-weiß-orangen Vattenfall-Farben mitbestellt.

So etwas macht sich immer gut auf Trainingsfahrten, um ein wenig anzugeben. Aber jetzt sind es irgendwie Klimakiller-Trikots geworden, eher für den Winter zum unauffälligen Drunterziehen.

Ein paar Tage nach den Cyclassics hielten wir eine nüchtern gehaltene Transparenz-Erklärung g von Vattenfall in der Hand: Stromerzeugung in Deutschland = 506 g/kWh, Gesamtstrom Vattenfall = 658,8 g/kWh. Grund: Vattenfall produziert deutlich weniger Atomstrom, ein weiteres endloses Diskussionsthema. Es besteht augenscheinlich Rechtfertigungsdruck.

Und sollte man nicht als Verbraucher versuchen, Strom zu sparen, wo es nur geht, damit weniger Strom, egal ob Kernkraft oder fossile Brennstoffe, benötigt wird ?

Die Vattenfall-Trikots werden uns daran erinnern.

Ein Kommentar

  • 1
    Ferdinand Podlech:

    Ich unterstütze lieber die alternative Stromerzeugung und kaufe meinen Strom bei Lichtblick (die müssen zwar auch noch ca. 3% Atomstrom kaufen um Lücken zu überbrücken, aber 97% des gelieferten Stroms kommt aus regenerativen Energiequellen).
    Es ist zwar ein paar % teurer, als das günstigste Vattenfall-Angebot, aber das ist es mir Wert.

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