Wir wollen mehr als Nordic Walking !

Ein Sport-Späteinsteiger-Ehepaar (Jahrgang 54/56) berichtet

  • Erfahrungen aus 1. Hand

    Wir haben gelernt, dass sehr viel mehr möglich ist, als man glaubt. Zu alt? Zu unsportlich? Gibt es nicht! Nur Versuch macht klug!

  • Demnächst..

    • 07.04.18 Megamarsch Hamburg
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Über uns

Unser bisheriges Leben verlief in relativ ruhigen Bahnen. Seit Abschluss des Studiums sind wir freiberuflich tätig mit einem Wochenpensum von deutlich mahr als 40 Stunden. 1988 haben wir die Großstadt Hamburg verlassen und uns in Niedersachsen auf dem Lande zwischen Hamburg und Bremen niedergelassen. Wir haben eine inzwischen volljährige Tochter, ein Haus, zwei Autos und keinen Hund.

Sport spielte in der Vergangenheit meistens eine Nebenrolle. In der Jugend gab’s den früher üblichen Vereinssport (Ehefrau: „auf Befehl“ der Eltern Leichtathletik, Fußball – Ehemann: Sportschießen, Tischtennis ). Während des Studiums und die ersten Jahre danach gab es dann und wann Freizeitsport ohne Ziel und irgendwelche Ambitionen (Ehefrau: Judo, Volleyball, Reiten, Gymnastik – Ehemann: Tennis, Squash), also auf Neudeutsch „just for fun“.

In Hamburg kamen wir durch Bekannte zum Wassersport, erwarben den A- und BR-Schein für Jollen- bzw. Yachtensegeln und befassten uns gedanklich mit einer Weltumseglung. Nach dem Umzug auf’s – wasserlose – Land war damit zwangsläufig Schluss.

Mit der Schwangerschaft musste das sportlich äußerst herausfordernde Motoradtourenfahren eingestellt werden und mit zunehmendem Alter beschränkten sich die Aktivitäten auf das, was man mit einem Kind zusammen macht, hauptsächlich Ballspiele, Verstecken, Fangen, Spaziergänge und kleine Ausfahrten mit dem Fahrrad oder Inlinern. Je älter das Kind wurde und seine eigenen Wege ging, umso unbeweglicher, träger und fülliger wurden die Eltern.

Glücklicherweise wurden wir niemals von ernsthafteren Erkrankungen geplagt, sondern nur von den üblichen Zivilisationsbeschwerden und Verschleißerscheinungen wie Allergien, Migräne, Verspannungen, drückenden Bandscheiben, Kurzsichtigkeit kombiniert mit Alterssichtigkeit, asthmatischen Anfällen, deformierten Füßen, Muskelverkürzungen ohne Ende, Bluthochdruck und Venenschwäche. Aber alles lag noch im Bereich des „nur“ Lästigen. Arztpraxen haben wir nur sehr selten von innen gesehen, meistens nur wegen Zahnschmerzen.

Die meisten dieser Wehwehchen verschwanden mit dem Sport, allerdings kamen dadurch auch einige Altlasten zum Vorschein, die sich auf dem Sofa nicht weiter bemerkbar gemacht hatten (Ehefrau: beginnende Hüftarthrose durch angeborene Hüftdysplasie, Kalkschulter – Ehemann: Fußgelenksarthrose durch seit Kindheit instabiles Sprunggelenk).

Mit Eintritt in das 50plus-Seniorenalter standen wir vor der Aufgabe, bar jeder Vorerfahrungen Wettkampf orientierten Sport in ein eingerichtetes Leben zu integrieren ohne uns von unseren körperlichen Einschränkungen entmutigen oder gar aufhalten zu lassen.

Nachdem sich inzwischen herumgesprochen hat, dass Senioren in Wirklichkeit Best Ager sind, denen die Welt und eine grandiose Zukunft offen steht, haben wir beschlossen, für unser neues sportliches Leben gedanklich keine Grenzen zu setzen, sondern nur dann, wenn wir sie tatsächlich erfahren haben. Wir haben viel geschafft, was wir früher als absolute Utopie bezeichnet hätten und im nachhinein gesehen, selbst kaum glauben können und andere noch viel weniger.

Unsere örtliche Zeitung hat unsere Entwicklung für interessant genug gehalten, um in einem längeren Artikel darüber zu berichten. Wegen der vielen Nachfragen, die darauf folgten, haben wir uns entschlossen, unseren bisherigen und weiteren sportlichen Lebensweg in diesem Blog für andere und auch für uns zu dokumentieren. Denn obwohl Sport angeblich schlau macht, weiß keiner wie schnell und heftig der altersbedingte Gedächtnisabbau zuschlägt.

Unsere Beiträge schreiben wir als Ehefrau und Ehemann, weil wir teilweise sehr unterschiedliche „typisch Mann, typisch Frau“ -Blickwinkel haben, die ab und zu auch mal die Stimmung kräftig dämpfen können.